Meine Geschichte

Es gab eine Zeit, da war ich glücklich.- Auch, wenn ich mich nicht daran erinnern kann, so weiß ich doch, dass es sie gab.

Ich war zu dieser Zeit noch verdammt jung, was es mir so schwierig macht, mich daran zu erinnern. Aber, was ich weiß ist, dass diese Zeit ein abruptes Ende nahm, als mein kleiner Bruder zwei Jahre nach mir geboren wurde.

Ab diesem Zeitpunkt war nichts mehr wie vorher. Plötzlich war er da und entwickelte sich zunächst zu Papas Liebling. Damit konnte ich noch halbwegs umgehen, denn war es nicht nahezu natürlich, dass Jungs einen besseren Draht zu ihrem Vater und Mädchen zu ihrer Mutter haben? So dachte ich das bislang.

Ich kam in die Grundschule und zunächst schien alles glatt zu gehen. Aber schon in der dritten Klasse lief etwas schief. Hatte ich zuerst noch viele und gute Freunde so wurden sie schon damals immer weniger. Sie wendeten sich mir ab, fanden anderen, bessere Freunde oder ich tat alles dafür, dass die Freundschaften zu Ende gingen. Die Nähe wurde mir damals schon zuviel, trotzdem wurde ich einsam.

In der vierten Klasse gab es eine Aktion, die nicht gut und auch nicht normal für ein 10-jähriges Mädchen war. Ich erzählte Lügen über einen damaligen guten Freund. Nicht nur meinen Eltern, sondern auch seiner Mutter. Ich wollte alles dafür tun, dass alle glaubten, er hätte mich irgendwie schlecht behandelt. Daran zerbrach unsere Freundschaft logischerweise. Eigentlich war ich darüber nie froh in der Zeit danach und heute weiß ich, dass es ein Fehler war. Nur konnte ich nicht anders. Er hat mir mittlerweile verziehen und wir gehen „normal“ miteinander um. Aber Aktionen wie diese habe ich noch oft durchgezogen.

Mit dem Wechsel aufs Gymnasium wurde ich zum Mobbingopfer. Das erste Mal in meinem Leben. Wie ich es aus der Grundschule gewohnt war, war meine Mitarbeit sehr gut, was mir nur Spott und Neid der anderen einbrachte. Ich brach einige heftige Streits vom Zaun und versuchte mich vor meinen Eltern immer als Opfer darzustellen. Irgendwann glaubten sie mir. Ich brauchte das, um zu erreichen, dass sie nicht nur meinen Bruder beachteten.

Auf lange Sicht hat es natürlich nichts gebracht, viel eher dazu geführt, dass ich keine Entscheidung alleine treffen durfte und bis heute nicht darf. Egal, worum es ging, immer hatten sie nicht nur mitzureden, sondern auch noch das letzte Wort. Was sie bestimmten, wurde gemacht. Eine andere Wahl hatte ich dabei nicht.

So beschlossen sie auch Mitte der 7. Klasse, dass ich auf die Realschule wechseln würde, weil meine Noten in Mathe, Englisch und Latein im Keller waren. Ich verlor all meine Freunde, fand aber dennoch vorerst Anschluss.- Bei Außenseitern.

Wir waren eine „Clique“ von vier Mädchen, die alle nicht wirklich in die Klassengemeinschaft integriert waren. Wann immer es ging, suchte man Streit mit uns. Wann immer es darum ging, Zimmer einzuteilen, wurden wir übergangen oder zum Nachgeben gezwungen. Wann immer es darum ging unliebsame Aufgaben zu erledigen, dachte man zuerst an uns. Und wir sagten meist zu, weil wir nicht noch mehr Streit in der Klasse wollten.

Das Klima besserte sich bis zum Ende meiner Realschulzeit. So war ich lieber in der Schule als zuhause. Dort war mein Bruder stets der Mittelpunkt. Während er wirklich jeden Scheiß machen durfte und meinen Eltern auf der Nase herumtanzte, wurde ich für alles bestraft, was ich tat.- Und auch für das, was er getan hatte. Denn ich war ja die große Schwester und hätte es besser wissen müssen.

In der 8. Klasse hatte ich meinen ersten Vollrausch und war mehr als begeistert. Damals und auch noch heute, liebe ich diesen Zustand, weil dann alles einfacher erscheint. Meinen Eltern war der Alkoholkonsum natürlich nicht recht, es folgten Schläge. Nicht nur mit der bloßen Hand, sondern gerne auch mit Hilfsmitteln wie einem Gürtel. Tagelang hatte ich oft Angst, es würde wieder passieren. Ich verschloss mich immer mehr vor meiner Familie und dachte in der 9. Klasse das erste Mal ans Schneiden.

Zuerst konnte ich dabei noch mit rationalen Gedanken davon ablassen. Immerhin war es nicht „normal“ und „man tut sowas nicht“. Doch irgendwann, als ich auch noch von einem Musiker aus meiner Gegend verarscht und gedemütigt worden bin, konnte ich nicht mehr anders. In der 9. fing es an mit dem Ritzen. Zuerst nur oberflächlich und eher selten. Dann tiefer und häufiger.

Schulwechsel. Ein neuer Anfang- dachte ich. Es war kein neuer Anfang. Aus Rebellion hatte ich mein Styling radikal geändert. Vor allem, um gegen meine Eltern zu kämpfen, die mich immer häufiger nicht nur körperlich, sondern auch psychisch fertig machten. Man könnte sagen, es war ein „Emo-Styling“. So wurde ich sofort wieder zum Mobbingopfer.

Aber dieses Mal war es härter. Man sprach nicht mit mir, warf mit Gegenständen nach mir und pöbelte mich an. Schon immer war ich eher sensibel und deshalb nahm ich mir das alles sehr zu Herzen. Auch der Wechsel in die Parallelklasse wurde mir untersagt. Ich hätte den Notendurchschnitt zu sehr gehoben. Aber in dieser Klasse hatte ich Freunde!

Erst zur 12.Klasse, nachdem ich zum Direktor gegangen und ihm von den Auswirkungen der Mobbingattacken auf meine Psyche erzählte, wurde ich angehört und dann schließlich in die andere Klasse versetzt. Damals war es wie eine Erlösung, denn ich hatte nicht mal davor zurückgeschreckt mich in der Schule zu schneiden oder auf dem Flur meinen Freunden nach einem Streit mit Selbstmord zu drohen.

Damals hörte ich urplötzlich auf mich zu schneiden, weil ich einen Jungen kennenlernte. Ich dachte es wäre Liebe. Doch, das Problem war, dass er sehr weit von mir weg wohnte, wir uns nur aus dem Internet kannten. Trotzdem war ich so naiv und verzweifelt gewesen an diese Liebe zu glauben. Er tat mir zudem noch richtig gut. 3 Monate ritzte ich nicht. Dank ihm.

Es kamen die Besinnungstage, an denen ich merkte, dass ich mich in einen Klassenkameraden verliebt hatte. Ich bekam einen Korb und hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich meinen „Freund“ hintergangen hatte. Doch er hatte uns längst aufgegeben und meldete sich von heute auf morgen nie wieder. Und wieder stürzte ich in ein Loch. Ich begann mir ein Netz aus Lügen aufzubauen.

Täglich trug ich eine Maske, nur um nicht die Wahrheit über mein Befinden sagen zu müssen. Ich belog nicht nur fremde Menschen, sondern auch Menschen, die mir sehr wichtig waren und sind. Bis heute wissen sie nichts davon. Einigen habe ich von meinen Problemen erzählt, einige dadurch verloren, aber andere stehen mir nach wie vor zur Seite.

Mitte der 12. Klasse war ich wieder verliebt. Wieder hörte ich abrupt mit dem Schneiden auf. Doch er war vergeben. Auch nach unserer Nacht wollte er sich nicht von seiner Freundin trennen. Zwei Jahre in Folge, immer um seinen Geburtstag herum, verbrachten wir eine Nacht zusammen. Und beides mal fiel ich auf ihn herein. Ich begann mich noch heftiger zu schneiden. Manchmal mehrmals am Tag oder kurz nacheinander. Da begann ich auch, das erste Mal einen Selbstmord zu planen, zu heiß zu duschen und mir die Arme aufzukratzen.

Ich versank völlig im Sumpf. Und es kam die Zeit der Seminarphase, die notwendig war, um in die 13.Klasse zu kommen. Sofort bereute ich den Entschluss, mich für diesen Weg entschieden zu haben, denn ich konnte die Blicke der anderen spüren. Wie gut, dass es einen Mann gab, der mich mochte. Wieder verliebte ich mich, doch auch er sagte mir kurz darauf, dass er eine Freundin hatte und mit mir nur flirten wollte. Ab da begann ich mich nicht nur zu ritzen, sondern mir ganze Stücke aus dem Fleisch zu schneiden.

Ich hasste mich so sehr, dass ich mehr als einmal auf der Brücke stand und springen wollte. Was mich davon abhielt, weiß ich nicht. Vielleicht liebe ich das Leben doch etwas.

Die 13. Klasse machte mich so fertig, dass ich meinen Konsum an Medikamenten steigerte. Ohne hätte ich nicht mehr gekonnt. Mehr als einmal bin ich zusammengebrochen, weil ich dachte, ich würde es nie schaffen. Das Lernpensum war mir mehr als ein paar Mal eindeutig zuviel. Ich hatte Versagensängste und wollte doch endlich einmal etwas richtig machen und nicht im Schatten meines jüngeren Bruders stehen.

Ich fand Freunde, denen ich fast schon auf die Nase band, dass ich mich schneide. Ich begann ab und an zu rauchen und Medikamente mit Alkohol einzunehmen. Ich bleibe mittlerweile nächtelang wach und habe mein Essverhalten umgestellt.

Es gefällt mir, ein Gefühl des Hungers zu haben. Ich hasse mich und die meisten meiner Bekannten. Ich plane mich umzubringen und lasse es dann doch sein. Ich versuche aufzuhören, will es aber nicht. Ich bin verliebt, doch kann ich nicht einmal ihm zuliebe mit dem Schneiden aufhören. Immerhin akzeptiert er mich so, wie ich bin, auch wenn er sich Sorgen macht.

Aber vielleicht befürchte ich, ihm ganz zu verlieren, wenn er sich diese Sorgen nicht mehr zu machen braucht. Meine Eltern und meinen Bruder hasse ich. Seit er eine Lehrstelle hat, ich immer noch suche und für dieses Jahr wohl nichts mehr finden werde, dreht sich alles nur noch um ihn.

Ich habe mehr oder weniger ein ruhiges Leben. Man schaut sich nicht mehr ständig meine Arme an und will wissen, was das ist (ich habe sowieso immer gelogen ;-)) und lässt mich auch sonst in Ruhe. Es sei denn man ist mal wieder der Meinung, dass ich faul wäre und zu wenig mache. Dann darf ich den Haushalt machen.

Ich komme mir mehr vor wie eine Sklavin, als eine Tochter. Schläge, verbale Attacken, Ekelgefühle, damit muss ich leben.

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15 Antworten zu Meine Geschichte

  1. gedankenfest schreibt:

    Deine Geschichte berührt mich sehr.

    Ich habe mir alles aufmerksam durchgelesen und bei dem ein oder anderen scheint man zu ahnen, wo die Ursachen liegen könnten.

    Du schreibst allerdings nichts von Hilfe. Bekommst du fachliche Hilfe von außen? Oder würdest du sie überhaupt annehmen wollen? Sich allein aus all dem rauszukämpfen, ist sicher irgendwie möglich, aber auch sehr, sehr schwierig.

    Ich hoffe sehr, dass du bald eine Lehrstelle findest. Vielleicht kannst du dann ausziehen. Das würde dir wahrscheinlich schon ein gutes Stück helfen.
    Es ist schade, dass deine Eltern deinen Bruder auf einen – wie es mir scheint – so hohen Thron heben. Das ist nicht fair. Meine Brüder sind in gewisserweise auch „Problemfälle“, dennoch behandelt meine Mutter uns alle gleich. Ich bin zwar die einzige mit Abitur und die einzige mit Studium, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass jeder Mensch zählt und wichtig ist, so wie er ist. Auch du.

  2. Alfred Lederle schreibt:

    Du leidest unter Border Line. Eine ehemalige Arbeitskollegin hat auch Border Line. Aus dieser Krankheit kommt man kaum raus.
    Aber ich bete für dich!
    Nein, ich bin kein Kirchen Fuzzi, nur ein gläubiger Mensch. Auch bei Lilli Lindner bete ich, dass sie ihre Geschichte aufschreibt und publiziert. Hilft nämlich sehr viel wenn man weiß was schiefgelaufen ist.

    • kristallengel schreibt:

      Ob es wirklich BL ist, weiß ich nicht. Verdacht wurde geäußert. Da ich, dank dem Psycho- Unterricht in der Schule weiß, dass man da schwer bis gar nicht rauskommt (vor allem, wenn man es nicht wirklich will), habe ich mich auch nicht darum gekümmert in Therapie zu kommen.
      Das einzige, was ich tue, ist hier meine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse festzuhalten.
      Danke. 🙂

      Darf ich fragen, wer Lilli ist?

      • Alfred Lederle schreibt:

        Eine Frau, die ich dazu gebracht habe, ihre Geschichte aufzuschreiben.
        Du brauchst nicht normal zu sein, denn wer ist überhaupt normal?
        Ich habe bisher keinen Menschen getroffen, der nicht irgendeinen Spleen hatte.
        Z. B. Max, den ich in der Schule kennen lernte, sagte mir, er sammle Sticker des FC Bayern. Als ich seine Sammlung begutachtete, verschlug es mir die Sprache. Der hatte hunderte Wimpel, ix Medaillen und sogar eine Strähne aus Paul Breitners Wuschelkopf. Der Max war echt stolz auf seine Sammelwut. Aber für mich hatte er trotzdem einen an der Waffel.
        Auch ich bin leidenschaftlicher Sammler, Zitate sammle ich gern.
        Gestern gefiel mir ein Zitat, das dem Heraklit zugeschrieben wird, besonders:
        Nichts ist beständig außer der Veränderung. 🙂
        Ciao Alfred

  3. kristallengel schreibt:

    Alfred, dein Beispiel mag ein Spleen sein, aber nicht, das was ich mache. Meine physische und psychische Selbstverstümmelung und alle Kleinigkeiten dienen doch nur dem Zweck mich selbst runter zu machen, mich zu erniedrigen und verschwinden zu lassen, ehe es andere tun. Das ist doch kein Spleen mehr, keine liebenswürdige Macke. Sondern etwas, das mir mein Leben verbaut.. aber dennoch ist es mir egal.. ich will es eh nicht mehr.

  4. Alfred Lederle schreibt:

    Dann mach Schluss, nimm ein warmes Bad und nimm eine Überdosis Schlaftabletten.
    Dir zu helfen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Denn du willst dir nicht helfen lassen.
    BTW: Dein Deutsch ist sehr gut, und um einen alten Dichter der deutschen Sprache zu bemühen:
    Die Sprache, die ein Mensch spricht, so ist er auch von Angesicht.
    Ergo: Du bist wahrscheinlich hübsch, sehr hübsch sogar.
    Der Dichter hieß Johannes Clemens alias Johann Wolfgang von Goethe.

  5. Alfred Lederle schreibt:

    Ein Mensch der sich selbst nicht liebt ist auch für andere kein Wohlgefallen.

    Ohne Liebe zu sich selbst ist auch die Nächstenliebe unmöglich. (Hermann Hesse)

    Ich selbst habe das ebenfalls erfahren. Nach meiner schweren Erkrankung war ich depressiv und nahe am Schluss machen dran, dann hat mir ein guter Mensch gesagt: Liebe dich selbst, ohne Eigenliebe bist du immer unfähig, andere zu lieben.

    • kristallengel schreibt:

      Und wenn man sich selbst nicht lieben kann, weil man nur Hass erfährt? Ein Teufelskreis.

      • June schreibt:

        Das ist kein Teufelskreis, wenn ich Alfred richtig verstehe: Die Eigenliebe ist nicht bedingt durch die Liebe der anderen. Du musst damit anfangen, und wenn Du es tust, werden Dich andere auch lieben. Das ist kein leichter Schritt, aber ein paar Dinge an Dir magst Du bestimmt, mit denen Du anfangen kannst, z.B. damit, wie schön Du schreiben kannst.

  6. Schattenseele schreibt:

    Ich weiß nicht ob du hier noch aktiv bist aber ich möchte dir nur sagen das du nicht alleine bist.
    Ich kann dich sehr gut verstehen.
    Wünsch dir viel Kraft!

  7. June schreibt:

    Es ist sehr einfach zu sagen, einem könne sowieso nicht geholfen werden und man schaffe es eh nicht raus. Klingt paradox, aber das ist der einfachste Weg: Keine Hilfe annehmen. Aber wenn Du Hilfe von außen annimmst bzw. nach ihr suchst, hast Du doch nichts zu verlieren, oder? Es kann besser werden, und auch, wenn Du BL haben solltest und es sehr sehr schwer ist, daraus zu kommen, kann man erlernen, besser mit seinem Leben umzugehen. Eine Freundin von mir, mittlerweile 28, nimmt seit ca. 8 Jahren therapeutische Hilfe in Anspruch, hat schlimme Dinge in ihrer Kindheit erlebt, unter Essstörungen gelitten, hat sich selbst verletzt, sie hat noch Ängste und manchmal Panikattacken, aber nun hat sie einen normalen Umgang mit Essen, sie verletzt sich nicht mehr selbst, denkt nie mehr (ernsthaft) an Selbsttötung und schart Freunde um sich herum, ist ein fröhlicher Mensch geworden, ab und an mit Tiefphasen. Einzelfälle gibt es natürlich viele, aber diese können und sollen Dir Mut machen, doch Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denk dran, dass es dauern kann, bis man den richtigen Gesprächspartner gefunden hat. Ich wünsche Dir viel Kraft, Dich aus diesem Selbsthass-Selbstverletzungs-Loch herauszumanövrieren. Es ist möglich, Du solltest es nur mal anpacken (wobei Dein Blog bestimmt auch schon etwas therapeutisch auf dich wirkt, wie ich annehme und hoffe).
    Wie wäre es mit wohltätiger Arbeit für dich? Sein täglich Brot verdienen kann man damit kaum, aber es tut der Psyche gut.

  8. Marcus schreibt:

    Ich habe deine Seite soeben zufällig über Google entdeckt und habe gleich gesehen, dass du dich in einer sehr depressiven Lage befindest. Nun, du wirst dich früher oder später in eine der zwei zukünftigen Situationen wieder finden, und du hast die Wahl, für welche du dich entscheidest. Die eine sieht recht düster aus, du arbeitest sichtlich auf den Tod hin und wirst vermutlich irgendwann Selbstmord begehen, auch wenn das nicht gerne gehört wird. Natürlich – ein gewisser Funken zu überleben ist immer da – aber letztendlich wird das in deinem Zustand darauf hinauslaufen, solange du nicht Hilfe annehmen möchtest. (Ich weiß, Hilfe in solch einem Zustand annehmen ist scheiße und man will einfach nicht!)
    Die andere zukünftige Situation sieht rosiger aus – unter der Voraussetzung Hilfe annehmen zu wollen, auch wenn es eher unüblich für Leute in einem solchen Zustand ist. Solltest du trotzdem mal zum Entschluss kommen, dass es so nicht mehr weitergehen kann und du irgendwann in einer bestimmten Situation einen leicht blassen Schimmer darüber bekommst, dass das Leben vielleicht doch noch ein wenig lebenswerter sein könnte, so hinterlasse ich meine Email-Adresse, sodass du dich an mich wenden kannst. Ich werde dir nicht empfehlen, zu Psychologen oder Psychiatern zu gehen, da das schlimmste, was dir passieren kann ist, Psychopharmaka (Antidepressiva z.b.) zu bekommen, das dich nur noch mehr nach unten zieht und ruiniert.

    Man kann immer etwas tun – auch wenn dir das nicht wirklich real ist und dir das Leben dennoch hoffnungslos vorkommt. Mir ging es auch so – zwar zum Glück nicht all zu lange, aber ich kann dem ein wenig nachempfinden. Und ja, man wünscht sich in solch einer Lage zu sterben und am Morgen nicht mehr aufzuwachen – und das Leben ist sowieso hoffnungslos, es ist sowieso alles hoffnungslos und das Leben ist sowieso nicht lebenswert. Das versteh ich – es gibt trotzdem einen Weg raus. Ich erwarte nicht dass du dich meldest, aber mich hat schon so manches im Leben überrascht.

    Machs gut!

    Liebe Grüße, Marcus

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